DEUTSCHLANDS MITTE

27 Jahre nach der Wiedervereinigung haben sich die Lebensumstände in den „alten“ und den „neuen“ Bundesländern weitgehend angenähert. Anstelle der OST-West-Gegensätze sind aber neue Unterschiede entstanden.

Nach dem Zusammenbruch des DDR-Systems erfolgte eine radikale Veränderung der Bevölkerungsentwicklung: Einerseits ist ein starker Rückgang der Gesamtbevölkerungszahl, andererseits eine Veränderung in der Altersstruktur zu verzeichnen. Die Bevölkerung Ostdeutschlands war 1989 deutlich jünger als die in Westdeutschland, der Anteil der Personen unter 20 Jahre betrug 25,5% der Gesamtbevölkerung. Bis 2008 verringerte sich dieser Anteil durch Geburtenrückgang und Abwanderung auf 15,5% und sank damit weit unter das westdeutsche Niveau (19,9%).

Die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter (20 bis 59 Jahre) ging in diesem Zeitraum um 445.000 zurück. Gleichzeitig erhöhte sich die Anzahl der über 60-Jährigen um fast eine Million. Der ganz Deutschland bevorstehende Prozess der Bevölkerungsalterung und -schrumpfung ist in Ostdeutschland im Zeitraffertempo bereits sichtbar. Einzig die großen Städte bilden vereinzelt Ausnahmen.

HÖHERE EINKOMMEN, GESUNKENE ARBEITSLOSKIGKEIT.

Nach dem Jahresbericht der Deutschen Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit 2017 habe sich Deutschland in den vergangenen Jahren insgesamt gut entwickelt. Auch die ostdeutschen Regionen haben davon profitiert. Die Zahl der Erwerbstätigen und das durchschnittliche Einkommen sind deutlich gestiegen, die Arbeitslosigkeit ist gesunken. Zudem liegt der Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung in Ostdeutschland heute höher als in der Europäischen Union. Die subjektive Lebenszufriedenheit in Ost- wie in Westdeutschland ist auf dem höchsten Durchschnittswert seit der Wiedervereinigung.

Im innerdeutschen Vergleich bestehen hingegen weiterhin deutliche Unterschiede in der regionalen Wirtschaftskraft. Einigen ostdeutschen Regionen ist es zwar gelungen, westdeutsche Regionen bei der Wirtschaftskraft zu überholen. Insgesamt lag das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Ostdeutschland 2016 dennoch bei 73,2% des westdeutschen Vergleichswertes.

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